Parallel zur Berliner Kinopremiere gestern, wurde ein “offener Brief” vom Morgenpost-Online Redakteur Hajo Schumacher an Horst Schlämmer veröffentlicht.
Auch wenn ich ihn persönlich etwas sehr hart finde, bewundere ich doch den Mut gegen den Komikerliebling Hape Kerkeling auch einmal etwas vehimenter und böser zu schreiben. Wer austeilt, sollte dies auch einstecken können.
Nachfolgender der Brief:
Lieber Horst Schlämmer,
Sie können ein klares Wort vertragen. Deswegen hier mal ein paar Punkte, die manchen Menschen ganz gehörig auf den Sack gehen, wie man bei Ihnen in Grevenbroich so sagt. Erstens: Sie sind gar kein Politiker, sondern ein mehr oder weniger lustiger Komiker. Sie nehmen sich alle Freiheiten dieses Staates, indem Sie heute diesen und morgen jenen veräppeln. Das ist Ihr gutes Recht.
Zwei Punkte unterscheiden Sie von einem richtigen Politiker. Erstens: das Ziel. Sie wollen dieses Land nicht besser machen, gestalten oder opponieren – Sie wollen einfach nur Filmtickets verkaufen und Werbeverträge einheimsen. Das Land, die Bürger und ihre Probleme sind Ihnen egal; das kann man nicht mal von Politikern sagen, jedenfalls nicht von allen.
Zweitens: Sie machen sich einen verdammt schlanken Fuß. Putzfeudel auf das lichte Haupthaar, ein paar falsche Zähne, dazu ein fieser Dialekt – das mag Komik sein, ist aber noch lange nicht Politik. Politik ist zäh und langweilig und immer nur ein Kompromiss, eben das Gegenteil vom flotten Spruch. Sie werden nie in die Verlegenheit kommen, Entscheidungen treffen zu müssen, über Kriege, über Sozialkürzungen oder Sterbehilfe. Sie übernehmen keine Verantwortung, sondern verstecken sich in Ihrer Witzewelt. Dass 18 Prozent der Deutschen Sie angeblich wählen würden, beweist nicht Ihre Großartigkeit als Komiker, sondern nur, dass etwa einer von fünf Landsleuten schlichtweg einen an der Waffel hat, wie Sie es ausdrücken würden.
Womit wir beim Kern des Schlämmerschen Dilemmas wären: Sie sind nicht relevant. Sie saugen sich einfach nur fest an diesem Land, Sie sind eine Zecke am Allerwertesten der Demokratie. Sie nutzen deren Freiheiten, um sie lächerlich zu machen. Das ist nicht komisch, sondern schwach.
Lieber Herr Schlämmer, wenn Sie Cojones hätten, wie man auf Malle sagt, dann wären Sie tatsächlich zu dieser Wahl angetreten, hätten Unterstützer gesammelt, Ideen und sich durch die Mühsal der politischen Etappe gequält. Das war Ihnen aber zu heiß – und vielleicht auch zu langweilig. Denn wenn die Witzfigur Schlämmer längst vergessen ist, werden Volksvertreter noch immer über Rentenformel und Gesundheitsreform ringen. So ist das nun mal in einer Demokratie.
Was bleibt, lieber Herr Schlämmer: Sie sind ein Großmaul, ein Meckerpott, der viel quatscht, aber nichts bewegt. Davon haben wir in Deutschland allerdings wirklich schon genug.
Quelle: Berliner Morgenpost
Wie findet ihr den Brief?
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Ich finde ihn nicht wirklich hart, nur ehrlich. Die Komik an diesem Schlämmer-Quatsch hab ich sowieso nie verstanden. Hape hat seinen Zenit längst überschritten und sollte das was er im Moment auf uns loslässt mal gründlich überdenken.
Mit Freuden erinnert man sich an Filme wie “Club las Piranjas” oder “Kein Pardon”, das war noch Witzischkeit – die ist aber laange her.
Danke!
ich sach nur: ARUJA, ARUJA, merde la poola!!!
Ich finde den Brief lächerlich. Da will die MoPo doch nur etwas vom PR-Kuchen abbekommen, den der Schlämmer-Film gerade bäckt…
Genauso wie Herr Niggemeier (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/an-hajo-schumacher-waffelkoenig/), finde ich es komisch, dass Herr Schumacher Horst Schlämmer als Komiker bezeichnet. Schlämmer ist eine Figur der Komikers Kerkeling. Ich schreibe doch auch keinen Brief an den “Schauspieler John McClane” und beschwere mich, dass er seine Rolle in Stirb Langsam übertrieben spielt. Dann doch bitte den Bief direkt an Hape adressieren. Aber das hat sich der mutige Herr Schumacher dann doch nicht getraut…